Hin und weg – Ein Film über ALS oder doch nur ein oberflächliches Drama?

„Hin und weg“ (2014) ist ein deutscher Film mit Florian David Fitz in der Hauptrolle. Der Schauspieler, bekannt aus Filmen wie „Vincent will meer“ und „Der geilste Tag“, spielt Hannes, der an ALS erkrankt ist und gemeinsam mit seinen Freunden eine letzte Fahrradtour unternimmt, um in Belgien assistierten Suizid zu wählen. Was als bewegendes Drama angekündigt wurde, bleibt leider oberflächlich und nutzt ALS nur als erzählerisches Mittel, ohne die Realität der Krankheit authentisch zu zeigen.

Gestern Abend habe ich mir den Film Hin und weg (2014) mit Florian David Fitz angesehen. Ich hatte den Trailer gesehen und dachte, dass der Film sich intensiv mit ALS auseinandersetzen und zur Aufklärung dieser Krankheit beitragen würde. Leider musste ich feststellen, dass ALS hier lediglich als erzählerisches Mittel genutzt wurde, um die Geschichte eines „letzten Roadtrips“ mit assistiertem Suizid zu erzählen.

Die Wahl der Krankheit hätte genauso gut auf eine andere todbringende Diagnose fallen können – sei es Lymphdrüsenkrebs oder ein Hirntumor. Es geht dem Film nicht um das Leben mit ALS, sondern lediglich um den Entschluss des Protagonisten, selbstbestimmt zu sterben. Damit bleibt der Film erschreckend oberflächlich und vermittelt ein verzerrtes Bild der Krankheit.

Ja, ALS ist eine schwere Diagnose. Ja, sie ist unheilbar und führt unweigerlich zum Tod. Aber das bedeutet nicht, dass der einzige sinnvolle oder nachvollziehbare Weg sofort der Freitod ist. Der Film suggeriert, dass ein Leben mit ALS kaum lebenswert sei, dass es keine Alternativen gibt, sobald man auf fremde Hilfe angewiesen ist. Das ist schlichtweg falsch.

Ich lebe seit einem Jahr mit dieser Krankheit. Ich brauche 24/7 außerklinische Intensivpflege, kann mich nicht mehr selbstständig ernähren. Aber ich bringe meine Frau zum Lachen. Ich treffe mich mit Freunden zum Essen. Ich kann noch so viel erleben – eben anders! Die Vorstellung, dass ein selbstbestimmtes Leben mit ALS nicht möglich sei, ist eine irreführende und gefährliche Botschaft.

Statt eines wirklichen Einblicks in das Leben mit ALS bleibt „Hin und weg“ an der Oberfläche. Die Krankheit ist hier nur Mittel zum Zweck für eine rührselige Geschichte – und das ist eine verpasste Chance. Es wäre so wichtig, ein differenzierteres Bild zu vermitteln, statt das Klischee zu bestärken, dass ein Leben mit ALS unweigerlich nur zu einer einzigen Konsequenz führt.

Filme wie dieser prägen, wie die Gesellschaft über Krankheiten wie ALS denkt. Wäre es nicht an der Zeit, eine Geschichte zu erzählen, die mehr zeigt als nur den Abschied?

Wie siehst du das? Findest du, dass der Film dem Thema gerecht wird, oder siehst du es ähnlich kritisch? Ich freue mich auf deine Meinung!

Unterschrift Alex Inspire

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