Im April war ich im Krankenhaus. Lungenentzündung. Es war ernst – ernster, als ich es mir selbst eingestehen wollte. In der Spitze lag meine Sauerstoffsättigung gerade einmal bei 79 Prozent. Zwölf (!) Liter Sauerstoff pro Minute haben mich gerade so über Wasser gehalten. Ich hatte Angst – richtige Angst – vor dem Ersticken. Es war nicht nur körperlich heftig, sondern auch psychisch. Ich war an einem Punkt, an dem ich mich fragte: „War’s das jetzt?“ – Nein, nicht mit dem Commander!
Zum zweiten Mal bin ich dem Tod von der Schippe gesprungen. Und wieder hat mich diese Erfahrung verändert. Atemnot ist etwas, das nicht nur mich betrifft – auch meine Frau hat in diesen Tagen viel durchgemacht. Wir sind gemeinsam durch diese Hölle gegangen.
Nach zwölf Tagen kam ich nach Hause. Mein Website-Projekt, das ich eigentlich erst veröffentlichen wollte, wenn alles „perfekt“ ist – war natürlich noch nicht fertig. Kein Glossar. Kein Forum. Kein Social Media. Früher hätte ich gesagt: „Dann warte ich noch.“ Aber diesmal war alles anders.
Ich hatte das Gefühl: Jetzt ist die Zeit, meine Geschichte zu erzählen. Mitten im Unfertigen. Mitten im Chaos. Mitten im Leben.
Also: Willkommen auf alexinspire.de!
Ich trage den Blog jetzt bei Google ein. Ich starte auf Social Media. Und ich nehme dich mit – Woche für Woche. Mein Ziel: Jede Woche ein Beitrag. So oft es meine Gesundheit zulässt.
Und noch was: Ich schreibe das alles hier mit Augensteuerung.
Kein Gag. Keine Spielerei. Sondern meine Realität. Und ein kleines Wunder der Technik.
Ach ja, fast hätte ich’s vergessen: Einer meiner „Highlights“ im April – meine Frau hat mich im Rollstuhl, nur mit einem dieser schicken Krankenhaus-Lätzchen bekleidet, quer durch Hünfeld zum Tegut geschoben. Ein ganzer Kilometer! Ziel: Frisches Gemüse. Ich saß da wie der König der Frischluft-Touren – nur untenrum… sagen wir mal: sehr luftig unterwegs. In der Gemüseabteilung gab’s dann nicht nur Gurken und Zucchini, sondern auch erstaunte Blicke auf meinen blanken Hintern. Man muss den Humor nicht verlieren – auch wenn’s zieht. 😄

Ach ja, heute sind es schätzungsweise 470 Tage seit meiner Diagnose. Vielleicht schreibe ich nächste Woche darüber – über das „Danach“, das keiner vorbereitet hat.
Danke, dass du da bist.
Wir lesen uns.




