Ich muss ehrlich sein: Es war ein einziger Albtraum. Monatelang habe ich meine Zeit verschwendet – mit Formularen, Anträgen, Rückfragen, Nachfragen, Wartezeiten und purem Frust. Der Verein Mobil mit Behinderung? Bürokratie pur. Ein Papierkrieg sondergleichen, bei dem man irgendwann vergisst, was man eigentlich wollte. Der Verein ist sicherlich gut für jemanden der Zeit für die ganze Bürokratie hat – man sollte ehrlich sein und mit 2 Jahren Wartezeit rechnen bis man eventuell vielleicht ein Auto vor der Tür stehen hat. Das ist eben so, passt, aber für manche Erkrankungen ist das nicht praktikabel.
Und dann kam noch der LWV mit seinem „Fragenkatalog“. Klingt harmlos, war aber eher wie eine Prüfung mit dem Ziel, mir am Ende sowieso alles zu verweigern. Irgendwann habe ich beschlossen: Genug. Ich mache das jetzt allein.
Also habe ich angefangen, mich selbst nach passenden Autos umzuschauen, parallel Kfz-Umbauer kontaktiert – unter anderem Handicap Fahrzeuge Wettenberg und Kirchhoff Mobility. Handicap war super – hilfsbereit, kompetent, da fühlte ich mich ernst genommen. Kirchhoff? Funkstille. Null Rückmeldung, null Hilfe, null Interesse.
Die bittere Erkenntnis: Umbauten, die zu meinen Bedürfnissen passen, kosten locker 60.000 Euro – mit 6 Monaten Wartezeit obendrauf. Also… auch keine Lösung.
Aber dann kam der Wendepunkt. Ich habe einen Händler gefunden, der bereits umgebaute Busse verkauft. Ein importierter Van mit Heberampe und Gurt-System – fix und fertig. Nicht ganz Porsche, aber hey, man muss Kompromisse machen. Die ersten Touren haben wir schon hinter uns. Alles noch ein bisschen wackelig – aber ich wackle jetzt eben mit genug Platz.

Kleine Überraschung zum Schluss: Der Bus passt nicht in unsere Tiefgarage. Früher hätte mich das ausrasten lassen. Heute? Lache ich drüber. Dann parkt er eben draußen. Hauptsache, wir fahren endlich los.
Nächste Woche ist ein Feiertag – und wir hoffen sehr, dass wir das Auto vorher noch anmelden können. Denn unser Ziel steht schon fest: ein Ausflug zum wunderschönen Schloss Fasanerie bei Fulda. Drückt uns die Daumen, dass die Zulassungsstelle mitspielt! Manchmal dauert alles viel zu lange, ist viel zu kompliziert und kostet Nerven, Zeit und Energie. Aber irgendwann steht man dann doch vor einem Bus, der zwar nicht in die Garage passt, aber endlich Freiheit bedeutet. Und das ist am Ende doch das Wichtigste.





1 Kommentar. Hinterlasse eine Antwort
Dieses Procedere habe ich leider ähnlich erlebt und mich dann auch entschlossen, selbst darum zu kümmern und auf mögliche Unterstützungen zu verzichten. Traurig, aber wahr!
Glückwunsch, lieber Alex, und Allzeit gute Fahrt !👍